Therapiegartenplanung – die Bestandsaufnahme!

Jeder Garten kann ein Therapiegarten werden!
Bei der Planung eines Therapiegartens kommt es weniger auf die Größe als auf die Gestaltung und die Ausstattung an. Die Gestaltung des Gartens sollte sich an den körperlichen, geistigen und/oder seelischen Ressourcen und Bedürfnissen der Zielgruppe orientieren. Soll der Garten durch mehrere Zielgruppen genutzt werden, orientiert sich die Gestaltung an der Zielgruppe, die die meisten Anforderungen an die Gestaltung hat. So ist gewährleistet, dass alle Zielgruppen den Garten nutzen können. Sollte ein Garten nicht umgestaltet werden können, bestimmt die vorhandene Gestaltung und Ausstattung die Zielgruppe, die in ihm aktiv werden kann.


Ein Therapiegarten hat vielfältige Aufgaben!
Ein Therapiegarten sollte Erlebnis-, Rückzugs-, Sinnes-, Bewegungs-, Begegnungs- und Entspannungsraum sein. Darüber hinaus kann der Garten für das Personal und die Gäste zu einem attraktiven Aufenthaltsraum werden und für z. B. Physio-, Ergo- oder Psychotherapie ein freiräumlicher Therapieraum sein. Damit er langfristig und nachhaltig seine vielfältigen Aufgaben erfüllen kann, müssen bestimmte Mindestanforderungen beachtet werden.

Wichtig: potenzial- und zielgruppenorientiert planen und gestalten! Vom Bestand so viel wie möglich erhalten und nur so viel wie nötig neu planen – dies kommt vor allem dem finanziellen Aspekt zugute, da weniger neue Anschaffung getätigt werden müssen! So viel wie möglich zu erhalten (Beete, Gehölze, Ausstattungselemente, Stauden etc.) hat zudem den Vorteil, dass der Garten schneller seine endgültige Struktur und Nutzbarkeit erreicht. Würde alles neu angelegt und gepflanzt werden, würde es einige Jahre dauern bis er seine Aufgaben voll und ganz erfüllen kann – denken wir nur daran, wie lange ein Baum wachsen muss, um herrlichen Schatten zu spenden!

Das A & O: die Bestandsaufnahme!
Eine gründliche Bestandsaufnahme ist die Voraussetzung für die nutzergerechte, langfristige und nachhaltige Gestaltung von Therapiegärten. Sie trägt wesentlich dazu bei, Potenziale des Gartens zu erkennen, Kosten richtig zu kalkulieren und Fehlinvestitionen zu vermeiden.

Bei der Bestandsaufnahme werden Strukturen und Elemente aufgenommen, die bereits vorhanden sind z. B.:

  • Größe des Gartens
  • Geländeprofil (z. B. Hanglage)
  • Exposition (Schatten-/Lichtbereiche)
  • Wege und Wegeverbindungen
  • Pflanzen: Bäume, Sträucher, Stauden, Kräuter, Wiesen etc.
  • Ausstattung: Gartenelemente (z. B. Kompost), Geräteschuppen, Bänke, Mülleimer, Beleuchtung etc.
  • räumliche Strukturen: Beete, Aufenthaltsbereiche/Sitzbereiche, Gebäude, Teiche, Tiergehege etc.
  • Zugänge und Zufahrten: Feuerwehr, Rettungsdienst, Ver- und Entsorgung etc.
  • Anschlüsse: Wasser- und Stromanschlüsse, Beleuchtung
  • vorhandenes Material und Werkzeug

Ein Garten sollte bei der Bestandsaufnahme vor allem auch auf die therapeutischen Mindestanforderungen hin untersucht werden. Diese sind für die Aufenthaltsqualität und die Qualität der gartentherapeutische Interventionen von großer Bedeutung:

  • Barrierefreiheit (Wege, Beete, WC, Gebäude, Verzicht auf giftige Pflanzen etc.)
  • Anregung aller Sinne (Duftstauden, Kräuter, Naschobst, Blumenwiese, Nützlingsunterkünfte etc.)
  • Sicht-, Wind- und Wetterschutz (Schlechtwettervarianten)
  • Beleuchtung
  • Schatten- und Sonnenplätze
  • Aktiv- und Ruhebereiche
  • Rückzugsmöglichkeiten
  • Sitzgelegenheiten
  • Sanitäranlagen
  • Schlechtwettervarianten

Ohne Moos nix los!
Zur Bestandsaufnahme gehören ebenfalls die Punkte Finanzierung und Pflege. Die Finanzierung entscheidet über den Umfang und die Möglichkeiten der Planung und Gestaltung und gebenenfalls auch über die Gewährleistung der späteren Pflege! Ist die Finanzierung nicht gesichert, können z. B. Ausfälle in der Pflanzung oder kaputtes Werkzeug nicht ersetzt und keine neuen Anschaffung getätigt werden. Sie ist ebenfalls essentiell, um die Nutzbarkeit und  Sicherheit der Gartenstrukturen und -elemente sicherstellen zu können. Pflege- und Unterhaltungskosten sind dauerhaft einzuplanende Posten. Die Finanzierung bestimmt also maßgeblich, ob der Therapiegarten langfristig und nachhaltig genutzt werden kann.

Ohne Spaten kein Garten!
Auch die Kalkulation der Pflegekosten gibt der späteren Planung einen Rahmen. Der Garten muss im jahreszeitlichen Verlauf und bei besonderen Witterungsbedingungen (z. B. Hitzeperioden) verschiedene Pflegemaßnahmen erfahren, um dessen Nutzbarkeit zu gewährleisten. Die Planung richtet sich daher nach der finanziellen und/oder personellen Machbarkeit des zu erwartenden Pflegeaufwands. Die Pflegekosten könnten z. B. durch ehrenamtliche Helfer*innen, gegebenenfalls durch die Einbindung des Personals oder durch Aktionstage minimiert bzw unterstützt werden. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein Therapiegarten allein durch die Durchführung von Therapieeinheiten gepflegt werden kann – da hier nicht die Gartenpflege sondern der Mensch im Mittelpunkt steht.

Du planst gerade einen Therapiegarten oder möchtest einen Therapiegarten umgestalten? Gerne unterstütze ich Dich dabei – wie? Schau doch HIER mal vorbei!